Ohne erhobenen Zeigefinger

Erziehung – Ernährungs-und Zahnpflegewoche in der Konrad- Adenauer-Schule Heppenheim

Blindverkostung

Blindverkostung: Während der Ernährungs- und Zahnpflegewoche in der Heppenheimer Konrad-Adenauer-Schule ging es mit allen Sinnen und spielerisch zur Sache.

Die Präventionswoche, heißt es in einer Pressemitteilung, wurde gemeinsam vom Zahnärztlichen Dienst des Haus der Gesundheit und den jeweiligen Lehrkräften organisiert, um ohne erhobenen Zeigefinger und mit altersgerechten Methoden die Bedeutung einer vollwertigen Ernährung zu vermitteln.

Bereits am ersten Tag beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Entstehung von Karies und konnten sich anhand des Anschauungsmaterials ein Bild über gesunde Zähne und Fehlstellungen des Kiefers machen. Die Zahnfeen Birgit Riefling und Beate Dorn Seib konnten sich davon überzeugen, dass Zahngesundheit in dieser Schule ein Dauerthema ist. Sehr gut informiert, verfolgten die Schüler die Ausführungen der Expertinnen.

Ein Sinnesparcours zeigte den Kindern, dass das Thema Ernährung nicht langweilig ist. Der Genuss von Nahrungsmitteln beginnt nicht erst an den Geschmacksknospen im Mund, sondern schon beim Anfassen. Die Vernetzung aller Sinneseindrücke ergibt erst ein Gesamtbild.

„Eine ausgewogene Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil für die Leistungsfähigkeit. Bei solchen Aktionen stehen die Mitarbeiter des Haus der Gesundheit gemeinsam mit den Schulen oft vor der Herausforderung, Kinder mit unterschiedlichen Vorkenntnissen für das Thema zu begeistern“, so Matthias Schimpf (Grüne), Dezernent für Gesundheit, Verbraucherschutz und Veterinärwesen. „Unser Parcours erweitert die Erfahrungswelt der Kinder, durch das Kennenlernen von Nahrungsmitteln im Rohzustand ohne Veränderung durch einen Garprozess“, ergänzte Zahnärztin Reinhild Zolg, Fachgebietsleiterin des schulärztlichen Dienstes vom Gesundheitsamt Heppenheim.

Als eine leichte Übung wird der Tastsinn der Kinder angesprochen. Dabei gilt es, mit verbundenen Augen verschiedene Gegenstände wie zum Beispiel einen Apfel, ein Ei oder eine Zahnbürste zu ertasten. Durch die Einschränkung der visuellen Wahrnehmung ist die Tastempfindung intensiver gefordert.

Auch Hören hilft Nahrung zu erkennen

Bei der nächsten Station geht es um das Sehvermögen. Hier müssen Figuren aus dem Alltagsleben richtig erkannt werden. Selten ist einem bewusst, dass auch das Hörvermögen beim Erkennen von Nahrungsmitteln hilft, wie beispielsweise das Ausstreuen von Zucker, Reis, Erbsen oder Müsli. Für die Kinder war es gar nicht so leicht, Produkte auf diese Weise zu unterscheiden, denn durch die heutige Reizüberflutung und das Angebot an Fertigprodukten, stumpfen die Sinne ab.

Kinder und Jugendliche ernähren sich oft sehr einseitig und das Taschengeld wird gerne für Süßigkeiten ausgegeben. Obst und Gemüse werden wenig geschätzt. Die Neugierde der Kinder und Lehrer wurde durch eine mobile Kelter geweckt, mit der Beate Weis zeigte, wie ohne Umwege Äpfel in süßen Most verwandelt werden. Zur Verkostung des naturfrischen Apfelsaftes ohne Zusatzstoffe waren alle eingeladen und der Meinung, dass man das in keinem Supermarkt bekommt.

Matthias Schimpf, heißt es abschließend, lobte das Engagement aller Beteiligten. „Diese Veranstaltung hat mir gezeigt, dass Prävention an dieser Schule gelebt wird“.

 

Echo Online, 02.10.2014

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