Konrad-Adenauer-Schule feiert ihr Fünfzigjähriges

Erst ein fulminanter Auftakt mit denen, um die es eigentlich geht, dann die offizielle Feier: Die Heppenheimer Konrad-Adenauer-Schule (KAS) feierte am Freitag ausgiebig ihr fünfzigjähriges Bestehen. 50 Jahre, in denen sich die Schule immer wieder im Wandel befand. Mal zur Freude von Schülern, Eltern und Lehrerkollegium – mal zu ihrem Leidwesen.

Im Marstall begannen die Feierlichkeiten mit der Eröffnung einer Ausstellung zur Schulgeschichte. Ehemalige Lehrer sind ebenso auf Fotos zu entdecken wie die Aktivitäten einst und jetzt: Ob Sportveranstaltungen, Indianerprojekt, die Feiern zum 25-Jahr-Jubiläum, zu dem Adenauers Enkel anreiste oder die zahlreichen Aktionen mit Musik. Zeitungsartikel dokumentieren die Entstehung der Schule.

Mitten unter den geladenen Gästen war auch ein knappes Dutzend Schüler der ersten Tage, die durch einen Aufruf im ECHO den Weg in den Marstall gefunden hatten. Der Chor der zweiten Klassen unter der Leitung von Anne Fettel und die Intensivklasse von Agnieszka Guzmann unterhielten mit Liedern. Voller Energie und Freude rissen die Viertklässler ihr Publikum mit: Unter der Regie von Miriam Umhauer (Musikschule Heppenheim) präsentierten sie einen Tanz aus dem Musical „Hairspray“.

Im Anschluss begrüßte Schulleiterin Angelika Kicherer im Kurfürstensaal die Gäste. Unterstützt wurde sie dabei von Erstklässler Jan und von Lea aus der vierten Klasse.

Erneuter Wandel steht bevor

Vor nahezu 60 Jahren gab es den Antrag in der Stadtverordnetenversammlung, ein geeignetes Gebäude für eine dritte Volksschule in Heppenheim zu errichten. Ein paar Jahre gingen ins Land, bis am 7. Oktober 1965 der erste Spatenstich erfolgte. Dass dem damaligen Bürgermeister Wilhelm Metzendorf seinerzeit dabei der Spaten abbrach, erwies sich zum Glück nicht als schlechtes Omen.

Am 30. Mai 1967 erhielt die Schule ihren Namen, am 16. Dezember desselben Jahres wurde das Gebäude feierlich eingeweiht. Die Konrad-Adenauer-Schule war zunächst eine Grund-, Real- und Volksschule, dann eine Grund-. Haupt- und Realschule. Seit 2011 ist sie eine reine Grundschule mit derzeit 260 Schülern. Und das ist noch nicht genug der Wandlung: ab dem 1. August dieses Jahres wird die KAS Ganztagsschule. Dafür sind Baumaßnahmen notwendig: Es entstehen eine Mensa sowie neue Funktionsräume.

Landrat Christian Engelhardt übermittelte seine Glückwünsche. 6,5 Millionen Euro habe der Kreis als Schulträger in den vergangenen Jahren investiert. Für den jetzt anstehenden Umbau in der KAS lägen allein die Planungskosten bei 200 000 Euro. „Aber das sind uns die Schulen wert.“

Es folgte ein mitreißendes Dixieland-Intermezzo der New Orleans Originals. Einer von ihnen, Steffen Mathes, hat einst als kleiner Steppke den Martins-Umzug der Schule mit seiner Trompete angeführt. Stadtrat Oliver Wilkening hatte sich in Vorbereitung seiner Rede im Freundes- und Bekanntenkreis umgehört – viele ehemalige KAS-Schüler hätten bei der Erinnerung an vergangene Tage Tränen in den Augen gehabt, sich an tolle AGs, gute Lehrer erinnert, an den Schulgarten oder an die Foto-AG.

Bettina Reinhardt vom Staatlichen Schulamt hat drei Dinge als Schnittmenge zwischen Schule und Namensgeber ausfindig machen können: Umweltfreundlich seien sie beide. Adenauer sei als Sparfuchs bekannt gewesen, habe in seine Leselampe eine Zeitschaltuhr eingebaut, damit das Licht erlosch, wenn er – wie so oft – bei der abendlichen Lektüre einschlief.

Zur gesundheitsfördernden Schule passe Adenauers Erfindung der Sojawurst. „Menschen muss man nehmen wie sie sind, andere gibt es nicht“ – soll Adenauer gesagt haben. Und die KAS musste die Zeiten nehmen, wie sie sind – und hat das Beste daraus gemacht. Elternbeiratsvorsitzender Martin Zahn blickte in die Statistik: 1043 Schüler waren es in der Hoch-Zeit 1974, sechs Schulleiter gab es in den vergangenen 50 Jahren.

Paul Schmidtke spielte – sinnbildlich für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Schule und Konservatorium – Werke von Chopin.

Quelle: Echo-online (22.05.2017)

 

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